Neubau des Geschwister-Scholl-Gymnasiums

Interview mit Dr. Florian Scherz

Nach der Wiedereinweihung der großen Aula zu Beginn des Schuljahrs 2018/2019 und der weitgehenden Verlagerung des Unterrichts in die Ersatzklassenzimmer zum Schuljahr 2020/2021 hin, vollendet durch den vorerst endgültigen Umzug der Naturwissenschaften in die MINT-Container 2023, erwarteten viele einen schnellen Abriss des Altbaus. Doch lange Zeit herrschte nach außen hin Stille – der Abriss und damit der erhoffte Neubau schienen immer weiter in die Ferne zu rücken.

Zu Beginn des aktuellen Schuljahrs erwartete viele dann aber eine Überraschung: Nachdem im Lauf des vergangenen Sommers bereits der Altbau entkernt worden war, war nun der gesamte Rest des Altbaus bis auf ein Treppenhaus, das als Teil des sich im Keller befindlichen Blockheizkraftwerks erhalten blieb, abgerissen und es war nur noch eine große Freifläche übrig geblieben. In Anbetracht des somit bevorstehenden Beginns der Neubauarbeiten durften wir Herrn Dr. Scherz, der als Teil der erweiterten Schulleitung speziell für das Schulgebäude und den Bau zuständig ist, einige Fragen dazu stellen und uns so einen tieferen Einblick in die aktuellen Entwicklungen und Planungsstände verschaffen.

Eierkopf:

Gibt es schon ein ungefähres Datum, zu dem alle Arbeiten abgeschlossen sein sollen?

Herr Scherz:
Die Rohbauarbeiten sollen am 3. Mai 2026 beginnen und das allerfrüheste Datum für eine Fertigstellung wäre irgendwann einmal im Schuljahr 2028/29, dann könnte man einmal an einen Umzug denken – bei allen Unwägbarkeiten, die natürlich bei Bauprojekten immer zu berücksichtigen sind. Aber wenn alles nach Plan laufen würde und keine Unterbrechungen auftreten, dann ist das der Zeitrahmen.

Eierkopf:

Ist denn schon alles fertig geplant oder gibt es manche Dinge, die noch gar nicht geklärt sind?

Herr Scherz:
Die Planungen verlaufen immer so Schritt für Schritt, es gibt sogenannte Planungsphasen und die erste Planungsphase ist quasi eine pädagogische Vorstellung, was das Gebäude zu leisten hat. Dann wird es in ein Raumkonzept umgesetzt und dieses Raumkonzept wird im nächsten Schritt der Regierung zur Genehmigung vorgelegt. Das Genehmigungsverfahren ist jetzt fast durch, das heißt, man braucht dann den Förderbescheid und die Genehmigung und dann beginnt die Rohbauphase. Das heißt, zum jetzigen Zeitpunkt gibt es im Prinzip einen Grundriss, in dem alle Wände und Ähnliches eingezeichnet sind. Jetzt kommen in den nächsten Phasen genauere Planungen zur Innenausstattung, die dann die Räume detailliert beschreiben. Irgendwann einmal geht es um eine Möblierung, Ausstattungsdetails und solche Sachen.



Eierkopf:
Wonach richtet sich der Entwurf dann so allgemein? Kann die Schule da konkrete Wünsche äußern oder wird das alles extern vorgegeben?


Herr Scherz:
Wir haben sehr viele Mitbestimmungsmöglichkeiten. Wir haben hier im Landkreis das Landratsamt Nürnberger Land als Sachaufwandsträger, das ist auch offiziell der Bauherr der Schule. Das Landratsamt und das Architekturbüro Berschneider + Berschneider, das uns hier gerade betreut, haben aber von Anfang an großen Wert gelegt, dass wir als Schule unsere Vorstellungen miteinbringen können. Die gesamte Bauplanung geschieht im engen Kontakt mit uns. Dafür treffen wir uns in relativ kurzen Abständen, wobei wir einerseits immer wieder unsere Vorstellungen mitteilen können und andererseits auch viele Vorschläge seitens der Planer gemacht werden. Das ist sehr schön für die Schule.

Eierkopf:

Gibt es schon Ideen für den neuen Pausenhof?

Herr Scherz:

Die Fläche wird ein bisschen kleiner sein im Verhältnis zum alten Pausenhof, weil das neue Gebäude breiter werden wird als das jetzige. Weil wir ja nach hinten nach wie vor das Wäldchen haben, ist die Pausenfläche insgesamt aber nicht viel kleiner – es wird allerdings ein bisschen stärker geschachtelt sein und sich verschieben. Wir werden auf der anderen Seite, wo bis jetzt der Weg zur S-Bahn durchläuft, auch noch einmal ein bisschen mehr Grundfläche haben, als wir es bis jetzt haben. Insofern bleibt die Außenfläche ähnlich und die Nutzungsmöglichkeiten ebenfalls.

Eierkopf:

Was passiert mit den Ersatzklassenzimmern, wenn der Neubau abgeschlossen ist?

Herr Scherz:

Die Ersatzklassenzimmer werden abgebaut, weil die ja auch zum Teil Sportflächen belegen, heißt, die Hartplätze werden dann irgendwann einmal wieder nutzbar sein. Wir gehen davon aus, dass wir den Mehrzweckcontainer auf Dauer nutzen können, der also nicht abgebaut wird, weil dort aktuell ja der Percussion-Unterricht stattfindet. Weil da schon relativ viel Schall entsteht, kann der schwierig im Gebäude realisiert werden, ohne den anderen Unterricht zu stören.


Eierkopf:

Werden alle Sportanlagen, die vor dem Bau der Ersatzklassenzimmer da waren, wiederhergestellt? Oder wird da auch neu geplant?

Herr Scherz:

Die Sportanlagen werden sicher wieder in irgendeiner Weise instandgesetzt werden. Ob da dann neue Ideen verwirklicht werden oder ob es annähernd wie früher umgesetzt wird, da wird man sich sicher mit Landratsamt abstimmen. Auch da wird es wieder so sein, dass wir als Schule unsere Ideen oder Wünsche mit einbringen können.

Eierkopf:

Auch passend zu Sport: Wie sieht es mit der Turnhalle aus? Die ist jetzt ja noch nahezu  im Originalzustand vom Bau der Schule – soll die auch abgerissen werden?

Herr Scherz:
Weitere Planungen für die Turnhalle wären dann quasi das nächste Vorhaben, das nach dem Neubau in den Fokus rückt. Das ist momentan zwar auf der Agenda, aber noch in einer sehr frühen Findungsphase, weil wir da verschiedene Beteiligte haben: Einerseits den Landkreis Nürnberger Land und andererseits aber den Schulverband Röthenbach. Diese zwei Verantwortlichen haben noch nicht endgültig geklärt, wie mit der Sporthallenfrage in Zukunft umgegangen wird. Einerseits hängt da die Frage dran, ob es ein Hallenbad gibt oder nicht. Und zusammenhängend dann die Frage, wie viele Sporthallen es vielleicht einmal geben wird. Außerdem ist auch noch nicht entschieden, ob die bestehenden Hallen saniert werden oder ob es tatsächlich einen Neubau gibt, da müssen also noch viele Entscheidungen getroffen werden. Aber da ist der Ball sozusagen gerade auf der Spielfläche der Verwaltung und Politik.

Eierkopf:

Wie soll der neue MINT-Bereich aussehen? Wird es beispielweise extra Laborräume geben oder wird es so ähnlich sein wie jetzt in den MINT-Containern?

Herr Scherz:

Ja und nein. Einerseits wird die Anzahl der Räume durch das Förderprogramm vorgegeben, umgekehrt haben wir allerdings weitere Flächen. Es wird Marktplatzflächen geben, die die Räumlichkeiten der MINT-Fächer ergänzen. Es wird jeweils einen Marktplatz für Chemie, Physik und Biologie geben, sodass dort insgesamt schon mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, als es aktuell der Fall ist.

Eierkopf:
Erhält das Ganze dann wie bisher wieder einen den Keller? Falls ja, wie soll dieser genutzt werden?

Herr Scherz:
Ja, es gibt einen Keller. Es ist, glaube ich, nicht ganz vollständig unterkellert, aber es wird ein größerer Keller werden, u.a. weil wir eine Lüftungsanlage bekommen werden. Das heißt, in diesem Keller müssen relativ viele technische Elemente verbaut werden, die wir im alten Gebäude nicht hatten. Dort wird es aber auch ein Stuhllager und weitere Lagerräume geben, allerdings werden keine unterrichtlich nutzbaren Räume entstehen.

Eierkopf:

Als letzte Frage noch: Wird am Gebäude der Mensa bzw. OGTS etwas verändert?

Herr Scherz:
Nein, das bleibt gleich.

Eierkopf:
Das war es dann auch schon. Vielen Dank für das Interview!

Herr Scherz:

Gern geschehen!